(c) Timber Tower

Ein Holzturm erzeugt Ökostrom

Umweltminister Peter Altmaier und Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister trafen sich anlässlich der Inbetriebnahme eines Windrades in Hannover. Der „Timber Tower“ ist der Prototyp, bei dem Holz als Baustoff zum Einsatz kam. „Ein Wahrzeichen der Energiewende“, so Bundesumweltminister Peter Altmaier.

Holz – ein Turm wie ein Baum

Dass Holz ein genialer Rohstoff ist, ist bekannt. Diese Genialität hat sich die TimberTower GmbH zunutze gemacht. Sie entwickelte einen Turm, der die 100 Tonnen schwere Gondel trägt. „Hut ab“ vor dem Holz und natürlich auch den findigen Konstrukteuren! 30 Zentimeter dicke, kreuzverleimte Fichtenholzplatten wurden zusammengeleimt. Verkleidet zum Schutz gegen die Witterung wurde der Turm mit grauen Folien. 1 000 rund 30 Meter hohe Bäume aus nachhaltigem Anbau wurden benötigt. Und der Turm ist nun nicht länger rund, sondern achteckig.

Massentauglichkeit des Timber Tower wird erforscht

Zunächst handelt es sich um ein Einzelstück, denn es ist ein Prototyp. Und prototypisch ist der Preis: 5,5 Millionen Euro. Diese Summer beinhaltet zudem die gesamten Entwicklungskosten der letzten 5 Jahre.  Die Investoren meinten, der Preis würde in der Serienproduktion sinken. Die Massentauglichkeit müsse sich allerdings noch herausstellen. Jedenfalls spare man mit Holz als Baustoff anstelle von Beton oder Stahl eine große Menge CO2. Der Turm ist mit 200 Messpunkten versehen, die Auskunft über eventuelle Problem liefern werden. „Wälder sollen nun nicht abgeholzt werden“, betonte Investor Edwin Kohl und erinnerte an den nachhaltigen Anbau. Außerdem gäbe es Holzzuwächse in Deutschland. Ein weiteres Pro-Timber-Turm-Argument sei, dass man mit Holz schneller und höher bauen könne – gerade mit Blick auf die Konkurrenz im asiatischen Windenergiebereich eine wichtige Komponente.

Der Turm – Eine Revolution aus Holz

Die Entwicklung liegt sechs Jahre zurück. Inzwischen ist die Idee patentrechtlich geschützt. Das Turmkonzept basiert auf den offensichtlichen Vorteilen des Werkstoffes Holz. Aber auch die Kosten sind deutlich geringer. Hinzu kommt, dass auch der Transport einfacher wird. Und nicht zuletzt ist es auch der CO2-Wert, der in der Gesamtheit an Bedeutung gewinnt – was auch die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung, aber auch der Investoren deutlich verbessert. Bio ist besser!

Wer ist TimberTower?

Ein ehemaliges Ingenieurbüro, gegründet von Dipl.-Ing. Gregor Prass. Er ist ein Spezialist für die Entwicklung von Türmen und Fundamenten. Die Auftraggeber sind Kunden aus der Windanlagenindustrie im In- und Ausland. Unterstützung bekommt er von dem Sozialökonomen Holger Giebel, seines Zeichens ein ausgewiesener Spezialist für die Gründung von Hightech-Unternehmen. Die TimberTower GmbH ist Mitglied im Bundesverband für Windenergie (BWE).

Am Ende Hackschnitzel?

Kein Scherz! Der Turm wird nicht ewig halten. Das ist völlig normal und kein Zeichen mangelnder Qualität. Wir finden diese Idee richtig gut und wünschen uns, dass aus dem Prototyp ein erfolgreiches Produkt wird. Wäre es nicht wunderbar, wenn wir aus den späteren Überresten Hackschnitzel fertigen und in einer Kuntschar-Holzgasanlage „endverarbeiten“ würden?

Autor: Frank Facius
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